Rückblick auf 85 Minuten Hands-on-Wissen – von Deepfake-Warnungen über das Sora-Aus bis hin zu KI-Workflows, die sich selbst orchestrieren.

Wenn der Bayerische Rundfunk den Unterschied nicht mehr erkennt
Ein Aufklärungsbeitrag über Deepfakes – und die Redaktion merkt nicht, dass die gezeigte Hardware komplett KI-generiert ist. Mit genau diesem Beispiel eröffnete Ingo Lücker den KI LEAGUE Talk im März 2026. Kein hypothetisches Szenario. Kein Zukunftsthema. Sondern ein Fall, der jetzt schon passiert ist.
Die Zahlen dahinter sind alarmierend: Laut einer aktuellen Studie der Cybersicherheitsfirma DeepStrike ist die Zahl der online kursierenden Deepfakes von rund 500.000 im Jahr 2023 auf geschätzt 8 Millionen im Jahr 2025 angestiegen – ein jährliches Wachstum von fast 900 Prozent. Eine Untersuchung der University of Florida zeigt: Studienteilnehmer schätzten ihre eigene Erkennungsrate auf 73 Prozent – lagen aber kaum besser als der Zufall.
Für IT-Dienstleister bedeutet das: Security-Awareness-Schulungen ohne Deepfake-Komponente greifen zu kurz. Und wer seinen Kunden hier keine Lösung anbietet, überlässt das Feld anderen.
Sora ist Geschichte – und das ist ein Signal
Zwischen den Hands-on-Demos gab es im März-Talk auch eine Nachricht, die aufhorchen ließ: OpenAI stellt Sora komplett ein. Nicht nur Sora 1 – die gesamte Plattform. App, API, Webplattform – alles wird abgeschaltet.
Die Hintergründe, die inzwischen bekannt sind, sprechen eine klare Sprache: Laut einer Recherche des Wall Street Journal hatte Sora nach dem Launch zwar kurzfristig eine Million Nutzer erreicht, die Zahl brach dann aber auf unter 500.000 ein – bei laufenden Kosten von rund einer Million Dollar pro Tag. Selbst die milliardenschwere Partnerschaft mit Disney konnte die Einstellung nicht verhindern.
Das Signal für IT-Dienstleister: Wer Kunden im Bereich Videogenerierung berät, sollte Alternativen wie Runway, Kling oder Google Veo kennen. Und wer auf eine einzige Plattform setzt, muss sich fragen, wie resilient diese Abhängigkeit wirklich ist.
Der eigentliche Schwerpunkt: Hands-on statt Headlines
Aber der März-Talk war kein News-Talk. Er war ein Praxis-Talk. Der größte Teil der 85 Minuten widmete sich einer Frage, die gerade den gesamten KI-Markt bewegt: Wie baut man wiederholbare, qualitativ hochwertige KI-Workflows?
Die Antwort, die Ingo Lücker im Talk demonstrierte: Skills.
Ein Skill ist – vereinfacht gesagt – eine strukturierte Anweisung, die einem KI-System beibringt, eine bestimmte Aufgabe immer auf die gleiche Art auszuführen. Nicht eine Antwort auf einen Prompt. Sondern ein reproduzierbarer Prozess.
„Skills sind der Punkt, an dem KI aufhört, ein Spielzeug zu sein, und anfängt, ein Werkzeug zu werden. Wer Skills aufbauen, teilen und orchestrieren kann, hat einen echten Produktivitätsvorteil – und das ist eine Kernkompetenz, die IT-Dienstleister jetzt lernen sollten.“ – Ingo Lücker, Gründer der KI LEAGUE
Was genau im Talk gezeigt wurde – Live-Demos, Aufbau, Zusammenspiel – das bleibt den Teilnehmern vorbehalten. Aber so viel sei gesagt: Es ging weit über einzelne Prompts hinaus.
Plattformwechsel: Warum die Abhängigkeit von einem Anbieter zum Risiko wird
Ein Thema, das im Talk ebenfalls Raum bekam: Die zunehmende Bewegung von ChatGPT zu Claude. Ausgelöst unter anderem durch strategische Entscheidungen bei OpenAI, wechseln immer mehr Nutzer – und Anthropic macht es ihnen leicht.
Inzwischen ist ein Memory-Import möglich: Das in ChatGPT aufgebaute Wissen lässt sich exportieren und in Claude übernehmen. Auch Plattformen wie Langdock ermöglichen den Wechsel zwischen verschiedenen KI-Modellen, ohne den Kontext zu verlieren.
Für IT-Dienstleister ergibt sich daraus eine klare Handlungsempfehlung: Workflows so aufbauen, dass sie plattformübergreifend funktionieren. Skills in Markdown-Format sind hier ein guter Ansatz – sie lassen sich in Claude, ChatGPT und anderen Systemen einsetzen.
Von Skills zu Plugins: Die nächste Stufe
Im Talk ging es auch einen Schritt weiter – zu Plugins. Ein Plugin bündelt mehrere Skills, Konnektoren und sogar Sub-Agents zu einer größeren Einheit. Das klingt abstrakt? Ingo Lücker zeigte ein konkretes Beispiel: ein Plugin, das einen kompletten Beratungsprozess automatisiert – vom Fragebogen über die Analyse bis zum fertigen Angebot.
Die Details dieses Workflows waren eines der Highlights des Talks und zeigen, wohin die Reise geht: automatisierte, skalierbare Beratungsprodukte, die professionelle Outputs liefern.
„Die Frage ist nicht mehr, ob KI im Beratungsalltag ankommt. Die Frage ist, ob du die Werkzeuge selbst baust – oder ob du wartest, bis dein Wettbewerber es tut.“ – Ingo Lücker

Was bedeutet das für IT-Dienstleister?
Der März-Talk hat drei Dinge deutlich gemacht:
- Skills sind kein Nice-to-have. Sie sind die Grundlage für reproduzierbare Qualität – egal, ob im Marketing, im Vertrieb oder in der internen Dokumentation. Wer sie beherrscht, hat einen echten Vorsprung.
- Plattformunabhängigkeit wird Pflicht. Die Abhängigkeit von einem einzelnen KI-Anbieter ist ein Geschäftsrisiko. Klug aufgebaute Skills funktionieren übergreifend.
- Deepfakes sind ein konkretes Bedrohungsszenario. Nicht morgen. Jetzt. Wer hier keine Awareness-Komponente in sein Security-Angebot integriert, verpasst eine Chance – und lässt seine Kunden ungeschützt.
Einladung zum nächsten KI LEAGUE Live Talk
Der nächste kostenlose KI LEAGUE Live Talk kommt. Wenn du als IT-Dienstleister wissen willst, was im KI-Markt wirklich relevant ist – keine Theorie, kein Hype, sondern validierte Erkenntnisse und praktische Werkzeuge für deinen Arbeitsalltag – dann melde dich jetzt an.
Mehr Infos und Anmeldung: https://www.kileague.de/live-erleben
Du willst nicht so lange warten? Wenn dich das Thema Skills und Plugins konkret interessiert, schreib mir eine Mail mit dem Stichwort „Skills und Plugins“ an ingo.luecker@kileague.de – ich sende dir die Aufzeichnung dieses Abschnitts aus dem März-Talk zu.
Die KI LEAGUE ist der Ort für IT-Dienstleister, die KI nicht hypen, sondern verstehen wollen.
Mehr über die KI LEAGUE: https://www.kileague.de
Quellen
1. TechCrunch – Why OpenAI really shut down Sora
2. OpenAI Help Center – Sora Discontinuation
3. Fortune – 2026 will be the year you get fooled by a deepfake
4. University of Florida – Deepfake Detection Study





