OpenClaw & Agentic AI: Zukunftstechnologie oder Sicherheitsrisiko für IT-Dienstleister?

Agentic AI verspricht enorme Produktivitätsgewinne – bringt aber neue Risiken. Am Beispiel von OpenClaw zeigen wir, was IT-Dienstleister jetzt wissen und einordnen sollten.
February 7, 2026

OpenClaw & Agentic AI: Zukunftstechnologie oder Sicherheitsrisiko für IT-Dienstleister?

Agentic AI ist gerade dabei, den nächsten Evolutionsschritt zu gehen.
Nicht mehr nur Chatbots, die antworten – sondern KI-Agenten, die dauerhaft aktiv sind, Zugriff auf Systeme haben und eigenständig handeln.

Eines der aktuell meistdiskutierten Beispiele dafür ist OpenClaw.
Und genau hier sollten IT-Dienstleister genauer hinschauen.

Denn was auf den ersten Blick nach Produktivitätsschub klingt, kann auf den zweiten Blick schnell zu einem massiven Sicherheits- und Governance-Problem werden.

Warum OpenClaw gerade überall auftaucht

OpenClaw ist kein Zufallstreffer.
Das Projekt – zuvor bekannt als Clawdbot und Moltbot – steht exemplarisch für den aktuellen Hype rund um Agentic AI: KI-Systeme, die nicht nur Vorschläge machen, sondern Aufgaben tatsächlich ausführen.

Innerhalb kürzester Zeit hat OpenClaw enorme Aufmerksamkeit bekommen:

  • starkes Open-Source-Momentum
  • hohe Community-Aktivität
  • zahlreiche Praxisbeispiele in Social Media und Foren

Wichtig dabei:
OpenClaw ist nicht „das“ Produkt, sondern ein Prototyp einer neuen Systemklasse. Genau deshalb ist es so relevant – und gleichzeitig so gefährlich, wenn man es falsch einordnet.

Was OpenClaw grundsätzlich macht – kurz und verständlich

OpenClaw ist kein klassischer Chatbot.

Es handelt sich um ein Agenten-Gateway, das große Sprachmodelle (z. B. ChatGPT, Claude oder lokale LLMs) mit:

  • Messengern wie WhatsApp, Slack oder Telegram
  • E-Mail-Systemen
  • Kalendern
  • Browsern
  • und sogar dem Betriebssystem

verbindet.

Der entscheidende Unterschied:

OpenClaw ist nicht nur dialogfähig, sondern handlungsfähig.

Der Agent kann:

  • Nachrichten lesen und beantworten
  • E-Mails schreiben und versenden
  • Termine verwalten
  • Dateien lesen und schreiben
  • Systembefehle ausführen

Und das nicht einmalig, sondern dauerhaft im Hintergrund.

Warum das so attraktiv ist

Genau diese Fähigkeiten machen Agenten wie OpenClaw extrem spannend:

  • Automatisierung von Routineaufgaben
  • Entlastung im Tagesgeschäft
  • Multichannel-Kommunikation über einen zentralen Agenten
  • Erste reale Einblicke in die Zukunft der KI-gestützten Arbeit

Für IT-Dienstleister ist das fachlich hochinteressant – als Lernfeld, als Demo-Objekt, als strategisches Zukunftsthema.

Aber genau hier liegt der Knackpunkt.

Wo es kritisch wird – die Schattenseite von Agentic AI

Agenten wie OpenClaw vereinen mehrere Dinge, die sicherheitstechnisch heikel sind:

  • dauerhafter Zugriff
  • hohe Berechtigungen
  • Langzeit-Memory
  • externe KI-Modelle
  • Community-Code (Extensions / Skills)

In der Praxis wurden bereits zahlreiche Probleme sichtbar :

1. Ungeschützte Admin-Oberflächen
Fehlkonfigurationen führten dazu, dass OpenClaw-Instanzen öffentlich erreichbar waren – teils mit vollständigem Zugriff auf Chats, Tokens und Systembefehle.

2. Remote-Code-Execution-Schwachstellen
Es wurden kritische Sicherheitslücken bekannt, über die Angreifer eigenen Code auf dem Host-System ausführen konnten.

3. Klartext-Speicherung sensibler Daten
API-Keys, Tokens und Zugangsdaten werden lokal abgelegt – ein gefundenes Fressen für Infostealer-Malware.

4. Ungeprüfte Skills & Supply-Chain-Risiken
Community-Extensions laufen als vertrauenswürdiger Code – ohne formale Sicherheitsprüfung.

5. Prompt-Injection & Manipulation
In Gruppen-Chats kann der Agent gezielt manipuliert werden, um sensible Aktionen auszuführen.

Kurz gesagt:

Agentic AI kombiniert maximale Fähigkeiten mit maximalem Schadenpotenzial.

Was das konkret für IT-Dienstleister bedeutet

Für Systemhäuser und IT-Dienstleister ist das keine theoretische Diskussion.

Die realen Risiken:

  • Kompromittierung von Kunden-Credentials
  • Shadow-IT im eigenen Team
  • Haftungsfragen bei Sicherheitsvorfällen
  • Reputationsschäden gegenüber Kunden

Besonders kritisch wird es, wenn Mitarbeiter Agenten „nebenbei“ einsetzen – ohne klare Richtlinien, ohne Security-Abstimmung, ohne Governance.

Denn am Ende gilt:

Wer den Agenten betreibt oder duldet, trägt die Verantwortung.

Die richtige Einordnung: Lernobjekt statt Produktivplattform

Stand heute ist OpenClaw kein Produktivstandard.

Die sinnvolle Einordnung für IT-Dienstleister lautet:

  • Testumgebung statt Kundensystem
  • Demo-Objekt statt produktiver Assistent
  • Lernfeld statt Rollout-Lösung

Gleichzeitig entsteht hier ein neues Beratungsfeld:

  • sichere Einführung von Agentic AI
  • Governance-Modelle
  • Trennung von sensiblen und unsensiblen Workflows
  • Security-Bewertung von KI-Agenten

Genau das wird für viele Kunden in den nächsten Monaten relevant werden.

Warum einzelne Blogartikel dafür nicht ausreichen

Agentic AI entwickelt sich extrem schnell:

  • Tools ändern Namen
  • Features kommen und gehen
  • Risiken verschieben sich
  • neue Angriffsvektoren entstehen

Ein einzelner Artikel kann das nicht dauerhaft abbilden.

Was es braucht:

  • laufende Einordnung
  • validierte Informationen
  • Austausch mit anderen IT-Dienstleistern
  • klare Trennung zwischen Hype und Realität

Einladung: KI LEAGUE & nächster Live Talk

Wenn dich genau solche Themen beschäftigen –
also Chancen, Risiken und echte Einordnung von KI im IT-Alltag – dann ist die KI LEAGUE genau dafür gedacht.

In der KI LEAGUE analysieren wir monatlich aktuelle KI-Entwicklungen:

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Für wen dieser Artikel gedacht ist

  • IT-Dienstleister
  • Systemhäuser
  • IT-nahe Entscheider
  • technisch interessierte Berater

Nicht für Bastler.
Nicht für unkritische Tool-Fans.
Sondern für Menschen mit Verantwortung.

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